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Fussball EM 2008 in der Berliner Fanmeile

 

 

Final  EM 2008

Montag, 30. Juni 2008              30.06.2008 06:40

Da ich wusste, dass die deutsche Nationalmannschaft keinen schönen Fußball spielen kann,  wollte ich das Endspiel der EM 2008 mit deutscher Beteiligung gar nicht sehen, um mir keine Zeit zu vergeuden. Andererseits  konnte ich im Halbfinal feststellen, dass viele Spanier technisch schön spielen konnten. In der Hoffnung, wieder etwas schönes aus Spanien erleben zu können, entschloss ich mich ein paar Stunden kurz vor Beginn doch zum Zuschauen des Endspiels.

Es sei bemerkt: Bei der EM 2004 in Portugal habe ich überhaupt kein Spiel im Fernsehen angeschaut, weil ich von den damaligen Teilnehmern keinen guten Fußball erwarten konnte.

Zwar habe ich mich für die Griechen über deren Gewinn der EM gefreut  und  unseren griechischen Bekannten herzlich gratulieren. Aber unattraktive Spiele der griechischen Fußballnationalmannschaft anzuschauen wäre mir reine Zeitvergeudung gewesen.    

Vorsicht halber schaute ich bei Spiegel - online vorbei, um die neueste Nachricht über die Fanmeile zu holen. Zu meiner Enttäuschung las ich die Meldung, dass die Berliner Fanmeile wegen Überfüllung schon geschlossen war.

Zur Kontrolle hörte ich Info-Radio, wo diese ungünstige Meldung wiederholt wurde.

Vor Wochen hat das Kino Zoo-Palast Werbung mit Fußballübertragung gemacht.

Meine Frau  hatte kein Interesse, 90 Minuten lange  oder sogar länger ein Fußballspiel anzusehen, aber großes Interesse daran, die Stimmung der spanischen Fans mitzuerleben. Daher hat sie mir vorgeschlagen, dass wir ein spanisches Restaurant besuchen werden, wenn ich keinen Platz im Kino finden sollte.

Kurz vor Spielbeginn, gegen 20 Uhr, fuhr ich allein zum Kino hin,  um festzustellen, dass leider faule Werbung gemacht wurde. Ein großer Schild hing am Eingang mit der Aufschrift„ Keine Fußballübertragung“.

Vereinbarungsgemäß rief ich meine Frau an, um mit ihr ein spanisches Restaurant zu besuchen. Leider war es schon total voll! Das thailändische Restaurant daneben hatte noch Sitzplätze, so dass wir da eingingen, in der Absicht, die spanische Stimmung im Nachbarrestaurant noch miterleben zu können. Nach einer Weile gab es Bildstörung. Es war zu befürchten, dass diese Bildstörung häufig wiederholen wird, was uns verrückt machen könnte. Zum Glück haben wir noch nichts bestellt und konnten daher gleich weggehen, zu dem zweiten spanischen Restaurant mit vielen aufgehängten Schinkenbeinen. Leider war es auch total übervoll. Aus Verlegenheit gingen wir in ein türkisches Restaurant in der Nähe, welche total leer war, hat aber einen brauchbaren Fernseher, sodass wir dam Endspiel in Ruhe und ohne Bildstörung zuschauen konnten.

Eigentlich hat meine Frau das Spiel gar nicht richtig zugeschaut, sondern nur das gute Essen genossen und mich bei gespanntem Zuschauen beobachtet. Ich aß erst während der Halbzeitpause. Der Kellner wollte wissen, ob wir für Deutschland oder für Spanien seien, bekam von mir die wahrheitsgemäße Antwort: „Ich bin für den guten Fußball“.

Wie ich schon befürchtet habe, konnte die deutsche Nationalmannschaft gar keinen schönen Fußball anbieten.

Leider waren die Spanier auch gar nicht so gut. Einige spanische Abwehrspieler waren ganz schön schwach, machten anfangs, vermutlich aus Nervosität,  unglaubliche Fehler und ermöglichten dem Gegner gefährliche Angriffe.

Nach einer Weile konnten die Spanier einige schöne und gefährliche Angriffe gestalten, waren leider im Abschluss sehr schwach. 

Der gebürtige Brasilianer Senna  machte einen schönen Pass zu dem Mitspieler am rechten Flügel, welcher eine schöne Flanke zu einem Mitspieler am linken Strafraum gab. Per Kopfball flog der Ball gleich zurück in den Lauf von Senna, welcher leider den Ball verpasste  und den sehr schön von ihm gestarteten Angriff gar nicht erfolgreich abschließen konnte. Die ganze deutsche Abwehrkette spielte bei diesem schönen spanischen Angriff nur die Rolle dekorativer Statisten.     .

 

Auf jeden Fall hat die bessere Mannschaft gesiegt. Und es war gut so. Es wäre eine Beleidigung für den guten Fußball, wenn technisch unterentwickelte Renner und Kämpfer weiter gekommen wären.

Nach dem Abpfiff bezahlte ich schnell  mit Visa Card und wir beeilten uns zu dem spanischen Restaurant in der Nähe, um spanische Siegesfeier mitzuerleben.

Wir wären bereit gewesen, die Siegesfeier der Spanier länger mitzuerleben, wenn wir  Sitzplätze da ergattert hätten. Aber das Restaurant war übervoll, und natürlich auch stimmungsvoll.

Dann gingen wir zum Kurfürstendamm, flanierten bis zur Gedächtniskirche, um zu sehen, was  da los war. Es gab fast nur enttäuschte deutsche Fußballfans. Manche riefen trotzig  „Deutschland, Deutschland“ und manche feierten aus Verlegenheit weiter, weil sie alles  für eine tolle Siegerfeier vorbereitet und mitgebracht hatten: Große deutsche Fahne, bunte Verkleidung, lustige Kostüme,  Knallkörper, Sekte…..

Es war gut, das ich für den guten Fußball war. Dadurch könnte bei mir nur Enttäuschung entstehen, wenn das Spiel insgesamt von beiden Mannschaften miserabel gewesen wäre und keine guten Angriffszenen zu bewundern wären.  …

 

Für Radfahrer waren die Strassen stellenweise sehr gefährlich, weil einige asoziale Fußballfans ihre Getränkeflaschen einfach auf die Straßen geworfen haben. Einige Male fuhren wir genau auf Scherbenhaufen vorbei. Zum Glück waren unsere  Reifen heil geblieben.

Wieder Zuhause  um Mitternacht spürte ich Lust, die Pressestimme  zum Endspiel zu lesen. Dann dachte ich, es wäre besser, wenn ich zunächst meinen eigenen Bericht schreiben würde, um nicht von fremden Stimmen beeinflusst zu werden.

Nach dem Halbfinalspiel  zwischen  Russland und Spanien  habe ich die spanische Mannschaft sachgemäß  für ihr gutes Spiel gelobt.  Dann las ich die Pressestimme aus Spanien. Offensichtlich sind einige spanische Reporter total in ihre erfolgreiche  Fußballnationalmannschaft verliebt geworden, haben ihre Mittelfeldspieler zu „Glorreiche Vier“ erdichtet, was bei mir nur lautes Lachen hervorrief.

Nur die Richtung der Bewertung stimmt mit meiner überein. Trotzdem war es schon interessant, Stimme von verliebten Journalisten zu lesen!

 

Nun werde ich versuchen, die Pressestimme zum Endspiel zu lesen, wenn sie schon da sind, weil ich meinen Bericht schon ohne Einfluss von draußen verfasst habe.

Montag, 30. Juni 2008              30.06.2008 08:19

   

Montag, 30. Juni 2008              30.06.2008 09:59

Eben habe ich im Spiegel -online über das gestrige EM-Final gelesen, musste streckenweise laut lachen, als ich las, dass manche Fans in der Fanmeile geweint haben. Aus meiner Sicht war es ein totaler Schwachsinn, von einer schwachen Mannschaft etwas Gutes zu erwarten. Ein männlicher Fan fuhr extra aus Rathenow an der Elbe  in der ehemaligen sovietischen Zone  zur Berliner Fanmeile und  drohte: „Wenn die deutsche Mannschaft verlieren sollte, dann wird hier etwas los“.

Spanische Fans wurden auf der Fanmeile von einigen deutschen Fans angepöbelt. Die verging mir wirklich das Lachen.

Ein Artikel von dem Spiegelreporter aus der Schweiz war lesenswert.

Ein Schweizer ging davon aus, dass die Idiotenquote in beiden Ländern wahrscheinlich gleich sein dürfte. Dann kommen auf einen schweizerischen Idioten  mehr als 10 deutsche Idioten, welche sich dann überall bemerkbar machten, wo auch sie auftauchen, ob im Urlaub oder auf der Fanmeile.  

 

So, nun kann ich meinen Bericht über das EM-Final 2008  abschließen und  mich an andere unvermeidbare Aufgaben zu wenden.

Montag, 30. Juni 2008              30.06.2008 10:13

 

 

 

 

 

 

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Freitag, 27. Juni 2008                27.06.2008 09:28

Gestern habe ich aus Neugier die Fanmeile für die  europäische Fußballmeisterschaft 2008  in Berlin (allein, ohne meine Frau) zum ersten Mal besucht!

Die russische Mannschaft hat die  in der  Vorrunde sehr starken Holländer besiegt und  großen Lob von allen Seiten geerntet, so dass ich Lust verspürte, sie zu sehen. Außerdem wollte ich die russischen Fans in Berlin sehen.

In der Tat kamen sie ziemlich zahlreich zur Fanmeile. Allerdings waren sie noch anfängerhaft. Außer Fähnchenschwingen war bei ihnen nichts etwas tolles zu sehen.

Bei der WM 2006 in Deutschland haben wir auch ein paar Male die herrliche Fanmeile in Berlin besucht. Meine Frau hatte eigentlich gar kein Interesse an Fußball, wollte nur die besondere Atmosphäre der Berliner Fanmeile erleben, dann war von manchen Fußballfans ganz begeistert.
Fröhliche Fans aus der ganzen Welt haben uns mit ihren farbenprächtigen Kostümen und teilweise ganz origineller Körperdekoration sehr schön faszinierten. Wir bewunderten z. B. eine schöne Statue in den prachtvollen Farben einer bekannten Fußballnation.
Bei genauerem Hinsehen konnten wir mit großem Erstaunen entdeckten, dass es sich dabei um einen kunstvoll bemalten nackten Oberkörper einer lebendigen Dame handelte.  

 

  

Ich nehme an, dass  die Russen noch allmählich von anderen Nationen lernen werden, um irgendwann in der Zukunft auch das internationale Niveau zu erreichen.

Die russische Mannschaft war eine einzige Enttäuschung! Hätte ich gewusst, dass sie so schwach spielte, hätte ich mir wahrscheinlich den Besuch der Fanmeile gespart.

Als kleine Entschädigung sah ich guten Fußball von den Spaniern. Leider war das Spiel so einseitig zugunsten der Spanier, wo ich eigentlich ein gutes Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften erwartet habe.

 Die Spanier war technisch sehr gut, machten kaum Fehlpässe. Sie machten nur kurze, sichere Pässe, so dass  kein heißes Tempo zu spüren war.

Da wäre mir das Tempospiel von den Argentiniern lieber.

Aber die Spanier konnten manche Angriffe sehr schön gestalten und auch erfolgreich abschließen.

Das erste Tor war wirklich sehr sehenswert. Ein guter Querpass überlistete die ganze russische Abwehrkette und der spanische Torschützer tauchte so blitzschnell, von der russischen Abwehr völlig unbemerkt, auf, so dass der russische Torwart keine Abwehrmöglichkeit hatte.

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Das zweite Tor beruhte auf dem beachtlichen  Können des spanischen Stürmers. Er konnte sozusagen mit Überlegung den Ball in die Gegenrichtung zu der  Bewegungsrichtung des  russischen Torwarts lenken, so dass der russische Torwart ins Leere griff.

Seine gut überlegte Spielweise war schon bewundernswert.

Allerdings muss ich sagen,  dass der schwarze Franzose  Thierry Henry bei seinem Tor gegen die Brasilianer bei der WM 2002  sehr elegant den Ball annahm und einschoss. Es war einfach eine Augenweide, seine elegante Bewegung zu bewundern.

 

Nun bin ich noch unschlüssig, ob ich  das Endspiel auch zuschauen werde.

Denn es ist zu befürchten, dass die Fanmeile übervoll sein wird.  Gestern war  die Fanmeile gut besucht, aber gar nicht voll, so dass ich sogar noch einen sehr guten Sitzplatz auf der Tribüne ergattern konnte. Beim Final müsste ich dann wahrscheinlich die ganze Zeit stehen. Da würde ich lieber woanders hingehen, wo ich schön bequem sitzen könnte.  Der einzige Vorteil wäre, die tolle Atmosphäre in der Fanmeile mitzuerleben.

Grundsätzlich möchte ich nur guten Fußball sehen. Aus diesem Grund schaute ich mir  kein Spiel der deutschen oder englischen Nationalmannschaft an. Außer Rennen, Kämpfen und Treten gab es da kaum etwas Gutes zu sehen. Sie können nur kunstlosen Kraftfußball anbieten.

Gestern habe ich zum Beispiel gesehen, dass ein spanischer Spieler den Ball elegant mit dem Hacken annahm, was  bei einer deutschen oder englischen Nationalmannschaft nicht zu erwarten wäre.

Aber was die deutschen  Nationalspieler konnten, war manchmal sehr erstaunlich. Ein ganz biederer deutscher defensiver Fußballspieler konnte häufig den besten gegnerischen offensiven Spieler so massiv stören, dass er gar nicht seine hohe Spielkunst entfalten konnte.

Ich würde so formulieren: Deutsche Antifußballer  haben es häufig geschafft, die besten gegnerischen Fußballkünstler  konsequent und hartnäckig zu stören,  und somit die gegnerische Mannschaft wesentlich schlecht zu machen, so dass sie dann gegen die weniger schlechte deutsche Mannschaft auch noch verlor.

 

Die spanischen Fußballer können technisch teilweise schon sehr gut spielen, sind daher auch teilweise sehenswert.  Aber die Gefahr besteht, dass  sie massiv  von den deutschen Antifußballern gestört werden, so dass  am Ende  keinen guten Fußball zu sehen sein wird,  was  mir dann nur die Zeit vergeuden würde.

Daher  kann ich leider  noch keine Entscheidung treffen, ob ich mir das Finale auch ansehen oder nicht..

28.6.08 15:57, kommentieren